Sunday Million und der Final Table
Von GeorgeDanzer,
19.03.2008,
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Mit einem großen Stack ist es wichtig, nicht überheblich oder faul zu werden. Die Möglichkeiten Druck auszuüben müssen genutzt werden, aber nicht verschwenderisch.
Ich bin ja der Meinung, dass ein zu tightes Spiel nicht zum Erfolg, oder aber nur mit extrem viel Glück zum Erfolg führen kann. Das ganze Turnier hat um die 400 Hände für mich gedauert, dass heißt ich bekomme selbst auf diesem langen Weg im Schnitt knapp zwei mal Asse, Könige und Damen und ca. 5 mal AK. Selbst bei einer eher unwahrscheinlichen Verdoppelung mit jeder dieser Händen reicht es nicht zu einem Sieg. Und 100% Ausbeute mit AK wird hart.
Also müssen die Chips anders her. Zur Not rustikal.
Stack sizes hinter mir sind optimal für diesen Steal.
Der Spieler mit dem Limp hat dieses schon öfter gemacht, und ich bekomme mehr Respekt in dieser Hand als mir normalerweise gebührt. Wieso?
Nach meinem Raise bekommt der shortstack im Big Blind mit seinen fünf Big Blinds sehr gute Odds den Stack hineinzustellen, was mir theorethisch eine stärkere Hand abverlangt. Da ich aber auch gerne mit JTs auch für eine halbe Million gambele, nehme ich die 330k in der Auslage gerne mit.
Diese Hand ist der Grund für meinen Besuch am Final Table.
Ein regelmäßiger Raiser vom Cutoff und eine ordentliche Hand ergeben einen Resteal.
Was überraschend ist, ist das ich den Coinflip gewinne. Ich hätte selbst im Falle einens Verlustes noch genug Chips gehabt, mich wieder zurückzukämpfen, aber so bin ich mir sicher, genug sammeln zu können um an den Final Table zu kommen.
Eine Hand, die im Internet schon auf der ein oder anderen Seite diskutiert wurde.
Preflop ein Standardraise von mir.
Der Flop ist leider nicht besonders gut, aber um ein kleines Paar aus dem Pot zu bekommen setze ich eine kleine continuation Bet. Er called und ich gebe ihm eine Hand von QT bis KQ. Jedes Set, die gefloppte Straße oder AQ würde er auf diesem Draw heavy Board raisen und auch den Flushdraw vermute ich nicht bei ihm, da ich ja das Karo Ass halte. Alle anderen Flushdraws, die er besitzen könnte beinhalten mindestens noch einen Gutshot und ich gehe davon aus, dass er solch starke Hände alle raised.
Turn ist bei diesem Gedankengang eine Super Karte für mich. Da er mir gegen alle diese Damen viele Outs bringt und gleichzeitig seine Hand weniger stark aussehen lässt. Ich könnte ja auch A9 oder z.B. 9T halten.
Also setze ich ihn mit einem Semibluff All in. Er instacalled mit dem second nut Flush.
Da hat er mich überraschender Weise mit wenig outs erwischt. So knapp 15% reichen nicht und ich verdoppele ihn. Kein Beinbruch, aber durch seinen etwas loosen call vor dem Flop und dem für ihn glücklich getroffenen Turn hat er mir ein kleines Loch in den Stack geschlagen.
Danach gebe ich aber weiter Gas und verdoppele mich wieder fast mit einem Coinflip bei dem ich mit 88 All in gehe und von A9 gecalled werde.
Und weiter geht es mit Raises und Reraises immer Bergauf wie zum Beispiel mit folgender Hand.
Ich lasse AQ ein wenig stärker aussehen, als es ist, bin aber bereit vor dem Flop alles in die Mitte zu geben.
Ein kleiner Rückschlag. Bei 15 Leuten im Turnier bin ich fast mit doppeltem Schnitt schon sicher an den Final Table zu gelangen, aber der kleine Adrenalinschock auf dem Flop wird auf dem Turn gekontert.
Da ich nach meinem Raise und Push 2 zu 1 auf meinen call mit AQ bekomme, ist die Hand aber Standard.
Danach warte ich ab, bis sich die Gegner gegenseitig eliminieren und bin dann der Glückspilz der den Zehnten Platz hinauskegelt und das noch dazu mit einem Bad Beat.
Ich pushe mit 99 vom Button und der short Stack aus dem Big Blind, der knapp ein Drittel meines Stacks besitzt wacht mit QQ auf. Eine neun auf dem Flop lässt ihn aber wahrscheinlich in Tränen ausbrechen und mich mit guten Chancen an den Final Table.
An diesem bin ich bis auf drei Hände cold decked und blicke meistens auf 39 off.
Hand 1:
Nicht gerade mein Traumflop und ich gebe auf.
Hand 2:
Ich plane bei einem halbwegs vernünftigen Flop einen Stop and Go Push zu spielen.
Nicht gerade mein Traumflop und ich gebe auf.
Hand 3:
Nun bin ich schon sicher siebter und der short Stack am Tisch. Mit einem Pocket Paar und den vielen Chips in der Mitte, ist der Push auch hier wieder Standard. Ich treffe auf AK und wieder ein Coinflip.
Nicht gerade mein Traumflop und ich gebe auf.
Es war ein interessanten und spannendes Turnier für mich, bei dem ich vielen verschiedenen Situationen gegenüberstand, bei denen es nicht nur um Push oder Fold wie bei so vielen dieser Turnieren geht, sondern bei denen ich Dank eines größeren Stacks oftmals richtig Spiel hatte.
Der Final Table ist zwar ärgerlich verlaufen und ich werde mir sicherlich das Replay auf Pokerstars ansehen, ob sich etwas hätte besser machen lassen, aber insgesamt bin ich zufrieden.
Ich hoffe es hat euch Spaß gemacht den Turnierverlauf noch einmal im Schnelldurchlauf zu erleben und wir sehen uns hoffentlich dann live von der EPT in San Remo oder Monte Carlo, in welche ich jetzt nach diesem ordentlichen Lauf mit einem extra Schub Optimismus gehe.
George.









