Poker Amigos Guide to the WSOP
Von GeorgeDanzer,
06.03.2008,
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Wenn ich so durch unser Forum scrolle werde ich von Anfragen zur WSOP 2008 erschlagen. Wo soll ich schlafen? Wo soll ich essen? Wo soll ich ausgehen? Und natürlich die entscheidende Frage, wo soll ich Poker spielen?
Ich fliege im Mai zu meiner vierten World Series und war an verschiedensten Orten untergebracht.
Zu meiner ersten World Series bin ich 2005 alleine, mit einer Bankroll von 500$ nach Las Vegas geflogen. Hatte mich aber im Voraus mit Vollpension und Rückflugticket ausgestattet. Wären aber ein paar fade Wochen geworden, hätte ich nicht vernünftig Poker gespielt.
Geschlafen habe ich im El Cortez, in Downtown Las Vegas. Die billigste Absteige, die noch halbwegs an der Action lag. Die erste Woche bin ich mit dem Bus auf den Strip gefahren. In Las Vegas schon ein Erlebnis an sich. Singende Afroamerikanische Busfahrerinnen und nur die, die sich wirklich unter keinen Umständen ein Taxi leisten können als Gäste und bei über 35° Celsius kommt die Klimaanlage ins schwitzen. Mir hat es gefallen.
Ansonsten konnte ich zu Fuß über die Freemont Street in 3 Minuten im Binions Horseshoe sitzen und in alter Las Vegas Atmosphäre mit Dealern, die schon mit einem Kartendeck in der Hand geboren wurden, 1-2NL spielen. Oder eins der täglichen Freezout Turnieren mit ordentlicher Struktur spielen und dabei den Tapeten beim abblättern zusehen.
Die entfernteren Seitenstraßen Downtown würde ich dagegen meiden, da auch die kleinste Bankroll noch eine Bankroll ist.
2006 sind wir die Planung dann schon ein wenig Professioneller angegangen und haben uns die billigste Absteige gesucht, die in der Nähe des Rio Hotels liegt. Gefunden haben wir das Extended Stay America gleich über die Straße. Die Zimmer sind Ok und man kann 3 Tage die Woche im kleinen Pool frühstücken, wenn er gereinigt wurde. Entscheidend sind die Preise, sollte man Wochen oder gar Monate buchen. Da kommt man so auf die Hälfte des Rios.
Letztes Jahr dann ein viel bessere Lösung. Wir haben uns zu fünft ein Haus gemietet. Schön groß, mit Pool, Billardtisch, dreihundert Zoll Flachbildfernseher und Reinigungskraft. Ein bischen weit entfernt, aber mit Mietauto waren wir in zwanzig Minuten bei den Turnieren. Dazu mit Jan, Arnaud, Nick und Johannes Mitbewohner, mit denen man etwas anfangen konnte und es war eindeutig die entspannteste WSOP.
Etwas teurer als das Extended Stay und mit mehr Organisationsaufwand verbunden, aber schon der Gasherd an dem ich zur Entspannung zaubern konnte war es Wert.
Dieses Jahr sind wir wieder in einem Haus, diesmal mit Intellis und den Jungs von Hochgepokert. Wird bestimmt genauso Klasse.
Wer weniger Organisieren möchte und sich ein bischen etwas leisten will, hat natürlich die Möglichkeit am Strip zu bleiben. Es ist ja nicht so, dass es an Hotels in Las Vegas mangeln würde. Nur vom Rio rate ich ab. Für ein Wochende oder so ist es noch ok, aber es ist immer extrem kalt und wer direkt bei den Turnieren und Cashgames untergebracht ist, bekommt seinen Hintern überhaupt gar nicht mehr hoch und brennt schnell aus.
Das Harrahs am Strip bietet einen Shuttle zum Rio und somit sind Hotels um dieses herum vom Transport her optimal.
Vom Luxus her optimal sind hingegen das Bellagio und das Wynn. Ich habe jedes Jahr mindestens eine Nacht in einer vernünftigen Suite verbracht und es lohnt sich. Besonders das Wynn mit Stripblick aus riesigen Fensterfronten ist einen Besuch Wert. 500$ für die Greenfee auf dem Hoteleigenen Golfplatz gebe ich jedoch nicht aus.
Das beste Steakhouse ist wohl Ruth’s Chris in der Flamingo Road. Wobei ich auch gerne oben im Binions esse und an die alten WSOPs erinnert werde, als dort für alle Spieler noch ein vernünftiges Buffett aufgebaut war und nicht Sandwiches für 8$.
Sollte sich gegen Ende des Aufenthaltes einmal auch das Geld dem Ende zuneigen, empfehle ich Buckets of Chickenwings vom Pizza Hut. Die werden geliefert, oft ungenau gezählt jedoch nie zu wenig und sind so groß, dass ich Krisperl schon von einem satt bin.
Jetzt fehlt nur noch der richtige Pokertisch und die Reise ist Perfekt.
Im Rio finden ein Haufen Side Events statt. Diese haben eine mediokre Struktur aber es gibt bei jedem ein Bracelet zu gewinnen. Für die Ehrgeizigen.
Im Venetian gibt es parallel kleinere Turniere genauso wie im Binions und einigen anderen Kasinos. Diese haben meistens eine etwas bessere Struktur, weniger Teilnehmer und wenig Profis, also für Turnierspieler die nicht so große Buy ins berappen wollen optimal.
Zum Cashgame kann man natürlich gleich im Rio bleiben, aber es macht Spaß auch mal woanders zu spielen. Der beste Pokerraum steht wohl im Wynn. Super Service, gute Dealer, moderne Anzeige der Listen und von 1-3NL bis 400-800Limit meistens viel Auswahl. Besonders die mittleren Texas Hold’em NL Tische sind gut. So 5-10 und 10-20NL sehen ab und zu mal einen Sportler oder Schauspieler. Für die Grinder.
Im Venetian gibt es auch ein vernünftiges Angebot und der Raum ist noch ein bischen größer. Für die Entspannten.
Sonst gibt es das Mirage für leichte Midlimit Tische und zuletzt noch das Bellagio für High Stakes Action in Bobbys Room mit den Superstars.
Ich hoffe ihr habt einen kleinen Überblick gewonnen und wir sehen uns ja vielleicht an der Bar in der Mitte des MGM. Alter bis sehr alter Whisky in großer Auswahl und für wenig Geld lässt auch mich einmal eine Pokerpause einlegen.
I’ll catch you on the flip side, George.









