Vorbereitung
Von GeorgeDanzer,
30.08.2007,
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Ich gehe davon aus, das ihr euch noch besser als ich vorbereitet habt und schon Theory of Poker und den Limit Hold’em Teil von Super System II durchgearbeitet habt.
Das heißt ich kann direkt über die Basics hinwegspringen und auf die Besonderheiten im 5/10 Limit gehen. Oder bin ich vielleicht doch etwas zu optimistisch?
Also gut. George’s Basics.
Meiner Meinung nach am wichtigsten ist bei Limit Poker, dass man jede Bet wichtig nimmt. Zu leicht lässt man sich dazu verführen die einzelnen Bets als unwichtig anzusehen, da sie im Vergleich zu den Pots recht klein sind. Aber um dauerhaft zu gewinnen muss man eben Bets einsparen und am wichtigsten, rausholen. Ja, das korrekte "valuebetting" macht einen riesigen Unterschied. Eine gewonnene Bet ist genauso groß wie eine nicht verlorene. Hoppla, genauso andersherum.
Um zu gewinnen muss man sich genau überlegen aus welchem Grund man in jeder Situation bettet, called, raised oder foldet.
Und ich meine damit nicht Gründe wie meine Hand gefällt mir also raise ich. Oder es hat gerade halb zwölf geschlagen also folde ich.
Hier der Gedankengang, der vor jeder Aktion steht:
Habe ich die bessere Hand? Muss ich meine Hand verteidigen? Kann ich jemanden aus dem Pot drängen und somit die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ich den Pot gewinne? Schließe ich die Wettrunde, oder muss ich weitere raises fürchten? Fürchte ich mich eigentlich überhaupt vor einem raise, reraise oder rereraise?
Die Anworten aus diesen Fragen definieren einen call oder raise.
Habe ich die schlechtere Hand? Habe ich noch Outs? Kann ich durch einen semibluff den Pot später auch mit der schlechteren Hand gewinnen?
Die Antworten hier definieren call oder fold und selten einen raise.
Gut ist, wenn man sich zusätzlich ein Bild von der Hand des Gegners macht. Am besten ein Bild von der Range. Wobei dies auf 5/10 noch nicht so wichtig ist, da hier Standardplay einfach am besten ist.
Also zusammengefasst:
Auf die Finger setzen und bei jeder Aktion erst einmal nachdenken und einen Grund für die Aktion finden. Und einen guten.
Das sind also die Grundlagen, auf die ich mein Spiel basiere. Klingt alles sehr vage, aber hier ein Beispiel einer Hand die ich heute gespielt habe.
KTs Auf dem Button. 6-handed 5/10. Cutoff raised.
Habe ich die bessere Hand? Vielleicht. -> fold oder call oder raise. Ich tendiere bei diesem Cutoff raiser zu ja und raise.
Muss ich meine Hand verteidigen? Nein. -> call.
Kann ich jemanden aus dem Pot drängen und somit die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ich den Pot gewinne? Unbedingt. Die Blinds, denn die haben ihr Geld Blind gesetzt und müssen bei meiner 3-bet noch mindestens 2 Bets bezahlen!
Schließe ich die Wettrunde, oder muss ich weitere raises fürchten? Nein und ein wenig, da noch jemand die Runde cappen kann. Aber es kostet mich höchstens noch eine bet.
3-bet von mir, Blinds folden und der Flop 449 rainbow. Cutoff bettet.
Habe ich die schlechtere Hand? Habe ich noch Outs?
Ich bekomme sieben zu eins auf mein Geld (im Pot sind 42 und ich muss 5 bezahlen. Ich runde übrigens gerne) und habe zwei overcards also optimistischer call. Fold ist wohl auch korrekt.
Turn T. Er bet.
Habe ich die bessere Hand? Ja.
Muss ich meine Hand verteidigen? Nicht unbedingt.
Kann ich jemanden aus dem Pot drängen und somit die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass ich den Pot gewinne? Nein.
Fürchte ich mich eigentlich überhaupt vor einem raise, reraise oder rereraise? Ein wenig, da ich dann meistens gegen A4 oder drawing dead gegen ein full house anlaufe.
Jetzt schwanke ich zwischen einer bet mehr gewinnen aber gleichzeitig habe ich keinen definitiven Grund zu raisen. Eigentlich denke ich im nachhinein, dass hier ein call am besten ist.
Aber ich raise. Er callt.
River 9. Er checkt.
Auf der River ist die Fragestellung ein wenig anders.
Habe ich die bessere Hand wenn er callt? Ja. Bet.
Er checkraised.
Habe ich die schlechtere Hand? Eindeutig. Er hatte wohl eine 9. Alle anderen Hände können nicht valueraisen. Und ein Bluff macht an dieser stelle wirklich sehr wenig Sinn.
Also fold.
Diese Hand ist jetzt nicht besonders spektakulär, aber so viele habe ich ja noch nicht zur Auswahl. Sie soll nur ein wenig das Denkmuster veranschaulichen.
Think, George.









