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Amigos - Jan Heitmann und George Danzer

Der Value-Check

Von Jan Heitmann, 14.05.2007, 1133 Aufrufe, 20 Kommentare | Kommentar hinzufügen

Hallo alle zusammen,

hier noch eine meiner Lieblings-Waffen im No Limit Holdem Cash Game: Der Value Check.

Der Value Check kommt in verschiedenen Variationen vor, abhängig von der Street und der Position. Er kann von vorne, aber noch besser von später Position oft und profitabel eingesetzt werden. Er ist außerdem noch ein wichtiges Instrument für die Pot Size Control.

In vielen Situationen checke ich, um den Pot klein zu halten UND um noch eine Bet mehr zu bekommen. Beispiel: Asse von hinten geraised, Blind bezahlt. Flop Jxx, ohne flush draw, Blind checkt, ich spiele Pot, Blind called. Turn: EGAL, ich checke dahinter. Warum? Jedes kleine Paar denkt jetzt, ich hätte AK geraised und eine continuation bet gemacht. Jetzt bezahlen mir die kleinen Paare oft noch einen “Verzweiflungsbluff” auf dem River, sagen wir mal 2/3 Pot. Oder sie spielen selber an. Jeder J spielt jetzt höchstwahrscheinlich den River an.
D.h., der Value-Check hält den Pot klein und generiert noch Profit von Händen, die sonst oft auf dem Turn wegwerfen. Zudem werden Bluffs induziert, die man dann abgreifen kann.

Der V-C kann auf dem Flop oder auf dem Turn passieren. Außer Position checke ich gerne auf dem River, vor allem, wenn ein Draw NICHT gekommen ist. Denn jetzt muss der geplatzte Draw noch bluffen.

Hier ein Beispiel:

Das Setting: Die Schelling-Open, eine kleine Runde unter Freunden, mit viel Spaß und um wenig Geld. Gespielt wird No Limit Holdem, Blinds € 0.25-0.50, maximaler Buy-in €50. Die effektiven Stacks der Kontrahenten liegen bei ca. € 110 . Neben den beiden Hauptakteuren sitzen noch 5 weitere große Pokerphilosophen unserer Zeit am Tisch, sie haben aber auf den Verlauf der Hand keinen weiteren Einfluß.

Die Hand:
Blinds .25-.50, Ich bin im Live-Straddle, der optionalen 3. Blind für €1, zwei limper für €1, Tom “MunichAces” Schippert macht 1 Position vor dem Button (=Cut off) ein raise auf €3.50. Für Tom ein Standard-Raise mit einem Monster. Der Pokerfunktionär und Reader-Extraordinaire, nennen wir ihn mal S. bezahlt in der Small Blind, die BB bezahlt, ich natürlich auch, die limper werfen weg. Pot: €15

Der Flop kommt J53, kein flush draw. S. checkt als erster, die BB und ich auch, Tom spielt 10 in den 15 Pot. Monster.
S. bezahlt, die blinds folden. Heads up, 35 im Pot.
Turn: 5, immer noch kein Flushdraw.
S. checkt, Tom setzt 20, S. checkraised auf 40, MunichAces bezahlt. Pot: 115, noch ca. 55 dahinter.
River: S. geht all-in, Tom bezahlt, seine Könige verlieren gegen 95s und Tom brennt wie eine Fackel.

Und hier wäre eine perfekte Situation für den Value-Check ins Spiel, in diesem Beispiel sogar mit zusätzlicher Defensiv-Funktion.
Tom sollte auf dem Turn auf jeden Fall dahinter checken. So spielt er defensiv gegen eine 5 oder ein full und kann auf dem River eine kleinere Bet callen, oder selber value betten. So verliert er seltener seinen Stack und gewinnt oft mehr von schlechteren Händen.

LG, Jan.

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